Zu den Zielen des Naturparks zählt es, die wertvolle Kultur- und Naturlandschaften rund um die Nagelfluhkette langfristig zu bewahren. Die landschaftliche Einzigartigkeit des Gebiets, die Vielfalt der Lebensräume und das große Artenreichtum sollen für künftige Generationen gesichert werden. Dafür setzen sich viele Menschen in den 15 Naturparkgemeinden ein: die Mitarbeiter des Naturparks, Ranger, Naturparkführer, die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden, der länderübergreifend besetzte Beirat und die Menschen vor Ort. Sie alle sind Teil des länderübergreifenden Naturpark- Netzwerks. Gemeinsam tragen sie dazu bei, die Region nachhaltig zu entwickeln – und damit die Lebensgrundlage der Menschen, Tiere und Pflanzen im Allgäu und im Bregenzerwald dauerhaft zu sichern.

Ein Großschutzgebiet

Damit ein Gebiet das Prädikat "Naturpark" erhält, muss es einige Vorraussetzungen erfüllen. So handelt es sich bei Naturparks um großräumige Kulturlandschaften, die eine Region prägen und ihr ein unverwechselbares Gesicht geben. Als international anerkanntes Schutzgebiet stehen Naturparke in einer Reihe mit Nationalparken und Biosphärengebieten. In ihnen spielt die enge Verknüpfung von Naturschutz und Erholung eine zentrale Rolle. 

Dabei stehen die Aufgabenfelder Schutz, Erholung, Bildung und Regionalenwicklung gleichberechtigt nebeneinander. "Schützen und nützen" ist typisch für Naturparke, in denen der Mensch kein Störfaktor, sondern unverzichtbarer Bestandteil der Natur- und Kulturlandschaft ist. 

Naturparke sind im Bayerischen Naturschutzgesetz festgesetzt.

Es gibt verschiedene Arten von Schutzgebieten, die sich innerhalb der Naturparkgrenzen befinden. Im Folgenden werden diese vorgestellt:

Die Grenzen der verschiedenen Schutzgebiete können im BayernAtlas und im Vorarlberg Atlas eingesehen werden. 

Naturschutzmaßnahmen

Der Naturpark kümmert sich insbesondere um Arten und Lebensräume, für die wir eine besondere Verantwortung haben, bzw. die besonders verletzlich oder störempfindlich sind.

Letztere sind Zielarten für die Besucherlenkung, allen voran die Raufußhühner, also Birk-, Auer-, Hasel- und Schneehühner. In diese Gruppe gehören auch Felsbrüter, wie der Steinadler oder der Wanderfalke, sowie Kiesbrüter, wie der Flussuferläufer. Der Naturpark bemüht sich, im Rahmen der Initiativen „Dein Freiraum. Mein Lebensraum. Verantwortungsvoll in der Natur unterwegs.“ und „Respektiere deine Grenzen“ Sportler und Erholungssuchende um die Kerngebiete der Arten herumzulenken. In Abstimmung, zum Beispiel mit den Bayerischen Staatsforsten, finden zudem Maßnahmen statt, um die Lebensraumqualität für Birk- und Auerhühner zu verbessern.

Zur Besucherlenkung

 

 

Leitarten 

Arten, für die wir eine besondere Verantwortung haben, sind in den Anhängen der Natura2000 Richtlinie aufgeführt. Der Naturpark konzentriert sich auf diese Arten und versucht, deren Vorkommen zu erfassen und bei ausgesuchten Arten, gemeinsam mit den Grundeigentümern und Landbewirtschaftern Konzepte zu deren Schutz umzusetzen. Der Rote Apollo (Parnassius apollo) ist eines der Beispiele hierfür. Darüber hinaus wurden erste Schritte zum Schutz des Schwarzen Apollos (Parnassius mnemosyne) und des Thymian Ameisenbläulings (Maculinea arion) eingeleitet. Eine enge Zusammenarbeit mit der Alpwirtschaft, der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Oberallgäu und der Bezirkshauptmannschaft Bregenz ist Voraussetzung für den Erfolg bei den Maßnahmen.

Im Bereich der Gewässer wurden erste Erfassungen zur Verbreitung des Steinkrebses (Austropotamobius torrentium) begonnen.

 

Unsere Schutzgebiete

  • Natur- und Landschaftsschutzgebiete

    Es gibt verschiedene Arten von Schutzgebieten im Naturpark. Am bekanntesten sind die Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Für sie gibt es jeweils sogenannte „Schutzgebietsverordnungen“ in denen geregelt ist, was erlaubt und was verboten ist.

    Naturschutzgebiete gibt es auf Allgäuer Seite nur eines - dieses reicht nur am Rand vom Gottesackerplateau im Süden in den Naturpark hinein. Zwei weitere Naturschutzgebiete gibt es im Vorarlberger Teil des Naturparks. 

    Landschaftsschutzgebiete sind großräumig und für den Naturpark sehr bedeutsam. Ein Bayerischer Naturpark muss zum Beispiel zu mindestens 50 Prozent seiner Fläche aus Landschaftsschutz- oder Naturschutzgebieten bestehen. Im Naturpark liegen fünf Landschaftsschutzgebiete, unter anderem die Hörnergruppe, die Nagelfluhkette und der Große Alpsee. In den ersten beiden gilt per Verordnung übrigens die inzwischen viel diskutierte Zwei-Meter-Regel für Radfahrer. 

    Zu den Verordnungstexten: 

    Landschaftsschutzgebiet Hörnergruppe

    Landschaftsschutzgebiet Nagelfluhkette

    Landschaftsschutzgebiet Großer Alpsee

    Landschaftsschutzgebiet Kleiner Alpsee

    Landschaftsschutzgebiet Tiefenberger Moos

    Naturschutzgebiet Hoher Ifen

    Naturschutzgebiet Rossbad

    Naturschutzgebiet Kojenmoos

  • Natura 2000

     

    Wichtig sind zudem die Europaschutzgebiete der Natura2000 Richtlinie. Ziel ist es, innerhalb der Europäischen Union ein Schutzgebietsnetzwerk aufzubauen, um gefährdete Pflanzen, Tiere und Lebensräume zu erhalten. Die sogenannten Zielarten beziehungsweiese Lebensräume müssen dabei nicht immer extrem selten sein. Wichtiger ist, dass diese ihren Verbreitungsschwerpunkt bei uns haben und wir somit eine besondere Verantwortung für ihren Erhalt haben.

    Es wird zwischen den Flora-Fauna-Habitat (kurz FFH) -Gebieten und den Gebieten nach der Europäischen Vogelschutzrichtlinie (kurz SPA) unterschieden. Letztere haben besonders geschützte Vogelarten und deren Lebensräume im Fokus.

    In Europaschutzgebieten gilt generell ein sogenanntes Verschlechterungsverbot, das heißt, dass keine Maßnahmen durchgeführt werden dürfen, die sich negativ auf die Zielarten beziehungsweise Lebensräume auswirken. Für bereits bestehende Landbewirtschaftungsformen gibt es keine Einschränkungen. Details zu den Erhaltungszielen und zu Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität werden in den sogenannten Managementplänen festgelegt.

  • Naturwaldreservate

    Neben den größeren, flächigen Schutzgebieten gibt es noch Naturwaldreservate (im Naturpark ist dies das Naturwaldreservat Achrain in Oberstaufen) sowie einzelne geschützte Landschaftselemente. Letzteres sind meist sehr alte Bäume, die als Naturdenkmal besonders geschützt sind.

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