Der Naturpark wird durch seine vielfältigen Lebensräume geprägt. Flüsse und Seen, Schluchten und Wälder, Moore und Feuchtwiesen, Alpflächen und alpine Rasen ermöglichen eine Artenvielfalt, die im Alpenraum ihresgleichen sucht. Mit seinen naturnahen Lebensräumen bildet der Naturpark die Grundlage für die Alpwirtschaft. Er bietet ein ideales Umfeld für Erholung, Sport und Inspiration. Und mit seinen funktionierenden Ökosystemen wirkt er den Klimaveränderungen entgegen. Im Naturpark Nagelfluhkette sind wir uns der verborgenen Schätze und dem Wert der Naturvielfalt sehr bewusst. Damit auch Besucher die einzigartigen Kostbarkeiten erleben können und ein Gefühl für ihre Wertigkeit bekommen, wurden besondere Naturerlebnisorte geschaffen, an denen man tief in die Vielschichtigkeit des Naturparks eintauchen kann.

Wie es begann  

Untersuchungen aus der Archäologie haben gezeigt, dass die Alpen schon bald nach dem Ende der späten Eiszeit von Bayern her begangen wurden. Das Allgäu und das alpine Vorarlberg lagen im Schnittbereich verschiedenster Kulturräume und waren nicht nur Lebens- sondern auch Verkehrsraum, in denen sich Menschen aus verschiedenen Regionen getroffen und ausgetauscht haben. Die spannende Besiedlungsgeschichte des Naturparks kann man im Steinzeitdorf in Bolsterlang erlebnisreich verfolgen.

Lebensvielfalt

Der Naturpark gilt als eines der Gebiete mit hoher Artenvielfalt im Alpenraum. Die große Artenvielfalt – man spricht auch von einer hohen Biodiversität – hat mehrere Ursachen. Eine wichtige Rolle spielt der große Höhenunterschied zwischen Tälern und Berggipfeln. Auch die geologische Vielfalt im Park trägt zum Artenreichtum bei. Und schließlich ist die Art der Bewirtschaftung der Flächen durch die Menschen von Bedeutung. Vor allem durch die extensive Alpwirtschaft sind im Lauf der Jahrhunderte viele neue, sehr artenreiche Lebensräume entstanden.

Alp- Bauernland

Das Landschaftsbild des Naturparks ist geprägt von der Alpwirtschaft. Der Mensch ist hier kein Störfaktor, sondern unverzichtbarer Teil der Natur- und Kulturlandschaft. So sind die Alpflächen durch die seit Jahrhunderten andauernde, nachhaltige Bewirtschaftung zu Zentren der Artenvielfalt geworden. Auf einzelnen Alpflächen blühen bis zu 290 verschiedene Pflanzenarten.

Bäche, Flüsse, Seen

Schroffe Berge, wilde Schluchten, weite Täler – die landschaftliche Schönheit des Naturparks Nagelfluhkette ist ohne die Kraft des Wassers nicht denkbar. Seit rund 30 Millionen Jahren lagern Alpenflüsse Kiese, Sande und Tone im Alpenvorland ab – und liefern so das Material für fruchtbare Böden und markante Gesteine. Wasser in seiner festen Form hat in der Vergangenheit ebenfalls viel zur Gestaltung der Landschaft beigetragen: Die Gletscher der letzten Eiszeit schliffen die breiten Täler aus, in denen heute die Menschen siedeln.

Wald- und Baumland

Der Naturpark Nagelfluhkette besteht zur Hälfte aus Wald. Je nach Höhenlage, Standort und Bewirtschaftungsform haben sich dabei verschiedene Waldgesellschaften ausgebildet, die oft von ganz unterschiedlichen Tieren und Pflanzen bewohnt werden. Während in den tieferen Lagen Mischwälder aus Laub- und Nadelbäumen dominieren, spielt in den höheren Lagen die Fichte eine zentrale Rolle.

Naturpark bei Nacht

Nur 33 Menschen siedeln im Naturpark Nagelfluhkette pro Quadratkilometer. Das ist relativ wenig. Die dünne Besiedlung ebenso wie die entfernt liegenden Großstädte bringen nach Sonnenuntergang, was vielerorts mittlerweile selten geworden ist: eine ruhige, dunkle Nacht. Nur sie eignet sich gut für die Betrachtung des nächtlichen Sternenhimmels. Über der Nagelfluhkette gibt es kaum Lichtverschmutzung. Das bedeutet gute Sicht für das Erleben der Nacht und Sternenbeobachtungen. Hier im Naturpark erfährt man noch, was zwei Drittel der europäischen Stadtmenschen kaum noch kennen: Eine Nacht, hell nur vom Mond oder dem Sternenhimmel.   

Enkeltauglichkeit

Die wertvollen Kultur- und Naturlandschaften rund um die Nagelfluhkette langfristig zu bewahren ist Ziel des Naturparks. Die landschaftliche Einzigartigkeit unserer Heimat, die Vielfalt der Lebensräume und der große Artenreichtum sollen für künftige Generationen gesichert werden und erlebbar bleiben. Dafür setzen sich viele Menschen in den Naturparkgemeinden ein: Die Mitarbeiter des Naturparks, die Ranger, die Naturparkbotschafter und viele Menschen vor Ort – sie alle sind Teil des länderübergreifenden Naturpark-Netzwerkes. Gemeinsam tragen sie dazu dabei die Region nachhaltig zu entwickeln – und damit die Lebensgrundlage der Menschen, Tiere und Pflanzen im Bregenzerwald und im Allgäu zu sichern und für unsere Enkel zu erhalten.

Logo_INTERREG_2014-2020_EU.jpg
foerderlogo_StmuV_Umweltministerium.jpg

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Ranger-Newsletter, um keine Entwicklung im Naturpark Nagelfluhkette zu verpassen.
Unser Ranger-Newsletter erscheint jeden zweiten Monat.

  • Ich bin damit einverstanden, dass meine personenbezogenen Daten zum Zeck des Newsletterempfangs verarbeitet werden und dessen Zusendung alle zwei Monate per E-Mail erfolgt. Die erteilte Einwilligung kann ich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in jeder angemessenen Form widerrufen. *