Im Naturpark Nagelfluhkette werden den Schutzgebietsbesuchern die nötigen Informationen an die Hand gegeben, damit sie ihre Outdoor-Aktivitäten im Einklang mit der Natur und den Landbewirtschaftern ausüben können. Es besteht die große Gefahr, dass die Akzeptanz für Tourismus und Freizeitangebote, die in der Landschaft stattfinden, verloren geht. Grund ist die immer stärkere Zunahme an Gästen und die Individualisierung des Freizeitverhaltens. Mit unserer Aufklärungskampagne "Dein Freiraum. Mein Lebensraum. Verantwortungsvoll in der Natur unterwegs" möchten wir die Besucher des Naturparks informieren und anhalten, sich naturverträglich und rücksichtsvoll in der Natur zu bewegen, damit einem guten Miteinander von Mensch und Natur nichts im Weg steht.

Dein Freiraum.

Abschalten, durchatmen, sportlich aktiv sein. Über das ganze Jahr bieten die leicht erreichbaren Berge des Naturparks Sportlern und Erholungssuchenden traumhafte Bedingungen. Für unsere Gesellschaft ist es gut und wichtig, wenn viele Menschen den Weg nach draußen finden. Jeder Land- und Forstwirt, aber auch jeder Besucher des Parks, sollte sich dennoch bewusst sein, dass er für die Bewahrung der großen Artenvielfalt und für den Erhalt der einzigartigen Kultur- und Naturlandschaft mitverantwortlich ist. Damit dies gelingt, und jeder (egal ob Bewirtschafter oder Sportler) seinen Freiraum im Naturpark finden kann, gibt es Verhaltenstipps zu den jeweiligen Sportarten beziehungsweise auch einfache Tipps für ein gutes Miteinander im Naturpark.

Mein Lebensraum.

Ob Moore, Flüsse, Seen, Wälder, Wiesen, Weiden, Alpen, alpine Rasen oder unsere Felsstandorte - in jedem Lebensraum wohnen darauf angepasste Pflanzen und Tiere. Hier gibt es noch störempfindliche Arten wie Birk-, Auer-, Schneehuhn und seltene Pflanzen wie die Steinnelke. Konkrete Verhaltenstipps und Empfehlungen für naturverträgliche Touren vor Ort helfen dabei, die Konflikte zwischen Menschen und störanfälligen Arten auf ein Minimum zu reduzieren. Lerne unsere sensiblen Arten kennen und schütze sie durch dein naturverträgliches Verhalten. 

Das Konzept

Der Naturpark Nagelfluhkette hat gemeinsam mit zahlreichen Partnern die allgäuweite Aufklärungskampagne "Dein Freiraum. Mein Lebensraum. Verantwortungsvoll in der Natur unterwegs" ins Leben gerufen. Die ganzheitlich angelegte Besucherlenkung basiert auf dem gegenseitigen Verständnis der Zielgruppen und betrifft Freizeitsportler, Bewirtschafter, Erholungssuchende und Grundbesitzer gleichermaßen. Gemeinsam mit der Kampagne "Respektiere deine Grenzen" auf Vorarlberger Seite wird grenzübergreifend nach umsetzbaren Lösungen gesucht.

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Sportarten

  • Wandern

    Eine Wanderung durch den Naturpark Nagelfluhkette bietet einmalige Erlebnisse. Die Gebirgslandschaft weist ein dichtes Netz aus gut ausgebauten und einheitlich beschilderten Wanderwegen auf. Bleibt ihr auf den Wegen, seid ihr für die Tierwelt einschätzbar und stellt keine Gefahr da. Mit Hilfe unserer Gebietsflyer könnt ihr eure individuelle Tour zusammenstellen. Wenn ihr euch an diese Regeln haltet, steht einem guten Miteinander nichts mehr im Wege:  

    • Bleibt auf den Wegen und folgt den markierten Routen! 
    • Meidet die Dämmerungsstunden!  
    • Respektiert die Schutzgebiete!  
    • Führt euren Hund an der Leine! 
    • Geht respektvoll mit dem Alpvieh um!
  • Biken

    Egal ob mit elektrischer Unterstützung oder ganz klassisch mit der eigenen Muskelkraft. Mountainbiken erfreut sich immer größerer Beliebtheit. In Landschaftsschutzgebieten ist das Mountainbiken auf Wegen unter zwei Meter Breite nicht gestattet. Diese Regeln sind in den Landschaftsschutzgebietsverordnungen festgelegt und nicht durch den Naturpark entstanden. Dennoch haben sich einige Mountainbikerouten im Naturpark etabliert. Für ein gutes Miteinander solltet ihr folgende Regeln beachten: 

    • Bleibt auf den Wegen und folgt den markierten Routen! 
    • Hinterlasst keine Spuren durch unnötige Vollbremsungen! 
    • Kontrolliert euer Mountainbike und eure Geschwindigkeit! 
    • Respektiert andere Naturnutzer! 
    • Fahrt langsam am Alpvieh vorbei und schließt stets die Gatter! 
  • Drohnen/ Modellfliegen

    Auch im vermeintlich „freien Luftraum“ kann man Störungen mit Drohnen und Modellfliegern verursachen. Der Naturpark ist Lebensraum für empfindliche Tierarten wie Steinadler oder Birkhuhn. Wird ein Steinadler durch ein Flugobjekt bei der Fütterung der Jungen gestört, verlässt er den Bereich um den Horst und unterbricht die Fütterung. Birkhühner flüchten schlagartig, sobald sich etwas größeres am Himmel befindet, denn sie vermuten einen Angriff durch den Steinadler. Bei Flügen über das Aufzuchtgebiet der Tiere löst man somit Fluchtreaktionen aus. Teile des Naturparks dürfen nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörde beflogen werden. Wir bitten euch aus Rücksicht auf die Tiere, auf Freizeitflüge im Naturpark zu verzichten.  

  • Geocaching/Pilzsuchen

    Geocaching bedeutet soviel wie eine GPS-Schnitzeljagd durch die Natur. Weltweit hat sich eine große Geocaching-Gemeinde gebildet und erfreut sich am Legen und Finden der sogenannten Caches. Leider sind diese Caches auch teilweise in sensiblen Lebensräumen versteckt. Deshalb sollte sich jeder Geocacher mit den regionalen Gegebenheiten auseinander setzen und nicht blind irgendwelchen Caches hinterherjagen. Wir empfehlen:

    • Bleibt auf den Wegen und folgt den markierten Routen! 
    • Geocaching in der Nacht und den Dämmerungsstunden sollte gar nicht bzw. nur siedlungsnah durchgeführt werden. 
    • Respektiert die Schutzgebiete! Sensible Gebiete bitte nicht betreten!  
    • Geht respektvoll mit dem Alpvieh um! 
    • Naturverträglichkeit sollte eine höhere Gewichtung haben, als ein Cache! 
       

    Wie auch das Geocaching findet das Pilzsuchen abseits der Wege statt - ist jedoch jahreszeitlich beschränkt. Das freie Betretungsrecht ermöglicht die Pilzsuche. Trotzdem sollte man sich als Pilzsucher naturverträglich verhalten. Pilze dürfen nur in geringen Mengen für den Eigenbedarf gesammelt werden.  

  • Skitouren

    Skitourengehen erfreut sich immer größerer Beliebtheit! Deshalb wurden unter der Federführung des Deutschen Alpenvereins Skitouren auf Naturverträglichkeit überprüft. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Im Naturpark erfüllen über 50 Skitouren die Kriterien von "Mein Freiraum. Dein Lebensraum" und von "Natürlich auf Tour". Diese Touren werden auf der Alpenvereinskarte des DAV dargestellt beziehungsweise sind auch auf unseren Gebietsflyern zu finden. Wenn du die Bedürfnisse der Tiere beachtest und dich an folgende Verhaltensregeln hältst, steht einem Miteinander von Mensch und Tier nichts im Wege: 

    • Bleib auf den Wegen und folge den markierten Routen!  
    • Respektiere die Schutzgebiete!  
    • Bitte meide möglichst die Dämmerungsstunden! 
  • Schneeschuhwandern

    Im Rahmen unserer Besucherlenkung wurden gemeinsam mit dem Deutschen Alpenverein 30 attraktive, naturverträgliche Schneeschuhrouten ausgearbeitet. Sie geben Schneeschuhgängern im Projektgebiet ein Streckennetz an die Hand, das sowohl auf die Wünsche der Erholungssuchenden als auch auf die Bedürfnisse der Wildtiere abgestimmt ist. Wenn du die Bedürfnisse der Tiere beachtest und folgende Verhaltensregeln berücksichtigst, steht einem guten Miteinander von Mensch und Tier nichts im Wege:  

    • Bleib auf den Wegen und folge den markierten Routen! 
    • Respektiere die Schutzgebiete!  
    • Bitte meide möglichst Dämmerungsstunden! 
  • Winterwandern

    Das Winterwandern auf präparierten und ausgewiesenen Winterwanderwegen steht meist in geringem Konflikt mit unserer Tier- und Pflanzenwelt. Durch das liniengebundene Bewegungsmuster der Menschen bleibt die Störung für die Tierwelt einschätzbar. Um Störungen zu vermeiden gilt:  

    • Bitte meide die Dämmerungsstunden!  
    • Hundebesitzer aufgepasst: Auch auf Winterwanderwegen sollten Hunde angeleihnt sein.  

     

    Informationen zu den präparierten Winterwanderwegen bekommst du über die Tourismusinformation vor Ort. Auch Langlaufloipen, welche abends nicht beleuchtet sind, sollten nicht mit der Stirnlampe befahren werden.  

     

     

     

Verantwortungsvoll rund um Immenstadt unterwegs.

 

 

Hier gehts zum Flyer!

Verantwortungsvoll im Gunzesrieder Tal unterwegs.

 

 

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Verantwortungsvoll auf der Hörnerkette unterwegs.

 

 

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Verantwortungsvoll am Riedberger Horn unterwegs.

 

 

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Verantwortungsvoll im Balderschwanger Hochschelpengebiet unterwegs.

 

 

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Verantwortungsvoll an den Balderschwanger Sonnenhängen unterwegs.

 

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DIGITAL RANGER -
DEIN RANGER IM NETZ

 

Ein Bild der letzten Nacht unter dem Sternenhimmel auf Instagram posten oder den Track der letzten Skitour auf einem Tourenportal einstellen: Für die meisten ist das eine schöne Erinnerung, die sie mit anderen teilen wollen. Leider werden dabei - meist unwissentlich - auch verbotene oder nicht naturverträgliche Routen gepostet und somit weiterverbreitet. So ist es zum Beispiel nicht erlaubt, in Landschafts- und Naturschutzgebieten zu zelten – idyllische Bilder mit vielen Likes rufen aber viele Nachahmer auf den Plan. Da die Reichweite solcher Beiträge enorm hoch ist, sind die Ranger nun vermehrt auch als Digital-Ranger tätig. Dabei treten sie mit Autoren von Beiträgen in Kontakt, welche für die Natur schädliche Inhalte über soziale Medien verbreiten. Durch Aufklärung werden die Nutzer sensibilisiert und gebeten, die Inhalte zu löschen oder zu entschärfen. Ziel dabei ist es, die Nachahmung schädlicher Aktivitäten zu verhindern und ein gutes Miteinander von Mensch und Natur zu fördern.

Sei NATURVERTRÄGLICH
IM Netz

 

  • Poste Bilder von Begegnungen mit seltenen Tier - und Pflanzenarten immer ohne Ortsangabe! Damit wird der "Erlebnistourismus" zu diesen Orten eingedämmt, der sonst zu einer erheblichen Störung und so zum Rückgang der Art beitragen kann.
  • Achte auf die lokalen Regelungen! Lade keine Touren oder Trails ins Internet, die durch Schutzgebiete oder auf gesperrten Wegen verlaufen.
  • Vertraue nicht blind auf Informationen aus dem Internet! Achte bei deiner Tourenplanung darauf, ob die vorgeschlagenen Routen durch Schutzgebiete oder über gesperrte Wege verlaufen und ändere sie im Zweifel ab.

Bedürfnisse von Arten

Die Gämse 
Viele Gämsen halten sich entlang der Waldgrenze und in den darüberliegenden Weideflächen auf. Bei der Nahrungssuche bevorzugen sie sonnenexponierte Hänge, die rasch ausapern. Zum Ruhen ziehen sie sich in felsige Bereiche zurück. Im tiefen Schnee kostet sie jede Störung, die zu einer Flucht führt, viel Energie. Vor allem schnell herannahende Skifahrer nehmen sie als Gefahr wahr. Eine Fluchtreaktion kann bereits aus 300 Metern Entfernung ausgelöst werden. 

 

Das Rotwild
Das in Rudeln lebende Rotwild ernährt sich im Winter von Gräsern, Kräutern und Flechten, die es auf schneefreien Flächen findet. Im Wald fressen sie Knospen und Triebe. Um die Schäden an jungen Bäumen möglichst gering zu halten, werden Futterstellen eingerichtet, in deren Nähe die Tiere überwintern. Bei Störungen flüchtet das Rotwild, was viel Energie kostet und zu Verbiss- und Schälschäden im Schutzwald führt. 

Das Auerhuhn
Die vom Aussterben bedrohten Auerhühner leben in strukturreichen, nicht zu dichten Bergwäldern. Im Winter ernähren sie sich von Fichten-, Kiefern- und Tannennadeln – einer sehr mageren Kost. Um Energie zu sparen, bewegen sie sich so wenig wie möglich fort. Auerhühner reagieren sehr empfindlich auf menschliche Störungen. Da jedes Auffliegen wertvolle Energie kostet und so das Überleben der Tiere gefährdet, sollten Wintersportler im Wald unbedingt auf den empfohlenen Wegen bleiben.  

Der Wald
Keimlinge, frische Triebe und kleine Bäume werden durch scharfe Skikanten und harte Metallzacken an den Schneeschuhen schnell zerstört. Damit der junge Wald wachsen und der Schutzwald sich regenerieren kann, werden Wald-Wild-Schongebiete ausgewiesen.  

Das Birkhuhn
Birkhühner überstehen frostige Winternächte und Mittagsstunden in selbst gegrabenen Schneehöhlen. Für die Nahrungssuche bleiben ihnen nur die Morgen- und Abendstunden. Werden sie dabei gestört, verlieren sie viel Energie auf der Flucht und das Zeitfenster für die Suche nach Knospen und Trieben engt sich noch weiter ein. Wintersportler sollten deshalb frei geblasene Grate und aus dem Schnee ragende Grünerlen und Zwergsträucher meiden – insbesondere während der Dämmerung.  

Das Rehwild
Im Winter fressen Rehe vor allem Knospen und Zweige von Sträuchern und jungen Bäumen. Dabei wählen sie gezielt Arten wie die Weißtanne aus. Da im Winter die Nahrung für Rehe knapp ist, versuchen sie ihren Energieverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren. Die meiste Zeit ruhen sie versteckt im Unterholz. Werden sie aufgeschreckt, verlieren sie auf der Flucht überlebenswichtige Energie, die sie durch zusätzliche Nahrungsaufnahme ausgleichen müssen. Das führt zu Verbissschäden im Schutzwald.  

Sommertouren Tipps

WINTERTOUREN TIPPS