Jugend auf dem Gipfel

Naturparkschüler nehmen an alpenweitem Projekt teil. Das Motto lautet dieses Jahr: „Regionale Lebensmittel“. Ein Besuch auf der Sennalpe Oberberg

Es ist feucht, kühl und es riecht nach Milchsäure. Riesige Käselaibe lagern im Keller der Sennalpe Oberberg – manche bis zu 40 Kilogramm schwer. Beeindruckend für die 16 Naturparkschüler der Grundschule Blaichach, die bei dem alpenweiten Projekt „Jugend auf dem Gipfel“ mitmachen. In mehreren alpinen und karpatischen Schutzgebieten und Naturstätten erkunden junge Menschen im Rahmen dieses Projekts die Natur- und Kulturlandschaft in den Bergen. Das Projekt wird von ALPARC, dem Netzwerk alpiner Schutzgebiete, koordiniert.

Normalerweise wären alle Gruppen zeitgleich am 8. Juli in den Bergen unterwegs gewesen, doch aufgrund der schlechten Wetterbedingungen mussten viele Aktionen verschoben werden. Das gemeinsame Motto von „Jugend auf dem Gipfel“ lautete in diesem Jahr "Regionale Lebensmittel". Und da hat der Naturpark Nagelfluhkette mit der charakteristischen Alpwirtschaft viel Spannendes zu bieten.

Die Viertklässler schauten sich daher mit Naturpark-Rangerin Theresa Hilber, Naturparkmitarbeiterin Anja Worschech und Lehrerin Katharina Haidl auf der Wanderung von Gunzesried zum Bärenköpfle die blumenreichen Bergwiesen und die Alpwirtschaft genauer an. „Es ist so wertvoll, dass bei uns die Lebensmittel noch direkt in der Region hergestellt werden“, sagt Theresa Hilber. Das Besondere, erzählt Senn Sebastian Beck von der Alpe Oberberg, seien die kurzen Wege, die es auf den Alpen gibt. Vom Melken bis zur Käseherstellung und zum Verkauf liegen nur etwa 100 Meter. Im Tal seien die Strecken dagegen oft viel länger, dort werde die Milch mit Tanklastern von den Landwirten abgeholt, in die Molkereien gebracht und dann wieder in verschiedene Supermärkte ausgeliefert. Dort kommen schon mal 100 Kilometer zusammen, gibt Beck einen Vergleich. Bis zu 240 Laib Bergkäse stellt er auf der Sennalpe in einem Alpsommer her – der Käse reift dann bis zu zwei Jahre und entfaltet dabei seinen vollen Geschmack. Sebastian Beck hat in diesem Jahr beim Bergkäseausstich Bestnoten für seinen Käse geholt. Das schmeckt man.

Auch die kräuter- und artenreichen Bergwiesen beeinflussen den Geschmack der Milch und damit auch den des Käses. Auf dem Weg zum Gipfel haben die Kinder einige Kräuter kennengelernt, wie beispielsweise den wilden Oregano und den Bergthymian. Auch Spiel und Spaß kamen bei der Aktion nicht zu kurz, so probierten sich die Kinder bei Teamspielen aus. Auf der Sennalpe Oberberg bekamen die Kinder noch alle eine große Portion Kässpatzen, denn bei dem Motto „Regionale Lebensmittel“ darf die Kulinarik natürlich nicht zu kurz kommen. Im Rahmen des Projekts wird ein internationales Kochbuch entstehen, das die Rezepte aus allen Alpenregionen bündelt, illustriert mit selbstgemalten Bildern der Kinder. Zu guter Letzt durften die Kinder mit der Mittagbahn ins Tal fahren. Ein tolles Erlebnis für die Kids. Ihr Fazit am Ende des Tages: „Viel besser als Hausaufgaben und im Klassenzimmer sitzen.“

 

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